Mittwoch, 12. Dezember 2007

Modul Tutorierung

Aufgabe 2
Welche verschiedenen Rollen nimmt ein Lehrender im Präsenzunterricht meiner Meinung nach im Präsenzunterricht ein.
Vorbild
Experte
Lernender
Freund

Aufgabe 3
Unterscheidet sich die Rolle von Online-Lehrenden von der Rolle Lehrender im Präsenzunterricht?

Folgende Punkte sind von Online Lehrenden kaum bzw. nicht zu verwirklichen, die jedoch ein fester Bestandteil des Lehrenden im Präsenzunterricht sind:
Direkte menschliche Kommunikation
Reale Erfahrungen
Bei Konflikten/Schwierigkeiten direktes eingreifen/handeln
Schnelleres Handeln
Direktes Feedback (entfällt im Chat)
Direktes Motivieren

Aufgabe 5
Welche Tipps und Anregungen kann ich aus dem Text von Busch und Mayer (2002) übernehmen?

Der Online-Coach scheitert wenn Leistungsdruck und Zeitmangel über die Motivation siegen. Das kann eine mögliche/wahrscheinliche Erklärung für die schleppende Kommunikation mit unseren chinesischen Tutees sein.

Online-Lerner müssen sich bewusst für die Teilnahme entscheiden und aktiv werden, um anwesend zu sein.
D.h. Online-Lernen ist für Erwachsene besser geeignet (Erfolg versprechender) als für Kinder und Jugendliche, da Erwachsene oft eine größere Disziplin haben, sich nicht so schnell demotivieren lassen und meistens aus eigenem Antrieb lernen.

Beste Möglichkeit bei Schweigepausen zu telefonieren oder sich persönlich zu treffen. In unserem Fall kaum zu realisieren, außer mit Chatverabredungen.

Auf längere Schweigepausen sensibel reagieren und präventiv tätig zu sein. Aber wie? Wann merke ich dass mein Tutee mir bald nicht mehr antworten wir?

Nicht durch wilden Aktionismus bei den Teilnehmern eine Full- Service-Mentalität entstehen zu lassen. Hier muss differenziert werden zwischen, der Tutor erledigt für den Lernenden Aufgaben und der Tutor steht dem Lernenden bei Problemen und Fragen mit einer schnellstmöglichen Antwort zur Seite. Dadurch kann Motivation entstehen, da der Lerner das Gefühl vermittelt bekommt, der Tutor kümmert sich um einen und er ist ihm wichtig.



Aufgabe 6
Beispiel 1
Sie betreuen einen DaF-Lerner und erhalten die folgende Mail. Wie verhalten Sie sich,korrigieren Sie die Fehler in der Mail? Welche Fehler korrigieren Sie, welche nicht?

Liebe [...]vielen Dank für Deinen Unterricht!!Also, ich wohne jetzt[M1] bei meiner Mutter, mit drei aelteren Bruedern, mein Vater war tot, als ich Kind Schueler war![M2]
„Room[Zahl]“ ist das Zimmer meiner Familie, [Name] House/Block 3“ ist das Gebaeude, in dem ich wohne, „[Name] Estate“ ist der Dorf und „Tsuen Wan, NT ist die Region.
Ueber deinen Unterricht kann ich nichts sagen, weil es noch so[M3] frueh ist! Aber das[M4] ist fuer mich wirklich sehr nuetzlich!! Ja, ich finde immer[M5] so! Ich habe von manchen Kollegen gehoert, dass ihre Tutorinnen nicht immer[M6] an sie schreiben, ..... naja .... ich hab` es nur gehoert, ich bin [M7] keiner Meinung!! Weil du immer an mich schreiben, das freut mich!![M8]
Ich hoffe gern[M9] , dass ich mein Deutsch immer[M10] verbessern kann. Deshalb brauche ich deine Hilfe immer!!Vilen dank [M11] fuer deine Hifle, aber wuerde[M12] t ihr dieses „Angebot“ weiter anbieten, wenn ihr die Projektarbeit fertiggemacht habt?? Ja, wir haben von [...] gehoert, dass es ihre[M13] Projektarbeit ist!!
Also, jetzt muss ich ebenfall aufhoeren, weil es schon zu spaet ist.(doch, es ist jetzt in[M14] 11:30pm in Hong Kong!)
Bis danmaechst!![M15] Tschuess!!Dein [...]

Quelle: Tamme, Claudia (2001): E-Mail-Tutorien. Dissertation - Abrufdatum 29.09.06
· Ich habe Fehler korrigiert, die in einer schriftlichen Kommunikation zu Missverständnissen führen können und die mir auf der Leistungsebene des Lerners angemessen erscheinen.

[M1]Satz ohne jetzt. Passt in diesem Kontext nicht.

[M2]Besser: Mein Vater starb als ich noch in die Schule ging.

[M3]Besser: zu

[M4]Besser: es

[M5]Besser: Ich empfinde es so.

[M6]Nicht mehr

[M7]habe

[M8]Versuche den Satz umzuformulieren ohne weil.

[M9]sehr

[M10]ohne immer.

[M11]Vielen Dank.

[M12]werdet

[M13]eure

[M14]weglassen

[M15]demnaechst


Aufgabe 6 :: Beispiel 2
Sie planen in Ihrem Unterricht Blogs einzusetzen. Begleitend zur Lektüre eines (deutschen) Jugendbuches sollen Ihre Schüler darin Aufgaben bearbeiten. Welche Vereinbarungen treffen Sie hinsichtlich der Redaktion und Korrektur von Texten?
· Die ins Netz gestellten Texte dürfen vom Lerner 3 Tage lang selbst verbessert werden.
· Danach versuchen sich die Lernenden die Texte selbst gegenseitig zu korrigieren bevor der Lehrende die Endredaktion übernimmt. Eine Schreibkonferenz wäre hier denkbar.
· Es werden Fristen gesetzt, die von allen eingehalten werden müssen.


Aufgabe 6 :: Beispiel 3
Lesen Sie bitte den folgenden Ausschnitt aus einem Chat zwischen einemDaF-Lerner (Euro) und einem deutschen Tutor (admin).


naja, es ist fast 18:00 hier Und du hast Hunger ?und ich bin noch auf der Arbeit lol, nein hab' nicht HungerUnd chattest mit mir hab KEINEN hunger[M1] Danke fuer die Korrekturnull problemo [M2]
Quelle: Platten, Eva (2001): Die Bedeutung von Chats für das Fremdsprachenlernen. Diplomarbeit - Abrufdatum 29.09.2006
Wie beurteilen Sie die Reaktion des Tutors? Welche Korrekturvereinbarungen würden Sie in einem Chat treffen?

[M1]anstelle der Großschreibung des gesamten Wortes, wäre hier eine andere Farbe besser. Auch muss Hunger groß geschrieben werden. Diese Reaktion des Tutors bringt dem Lerner nichts. Im Gegensatz er bekommt etwas Falsches beigebracht,

[M2]kein Problem. Umgangssprache erscheint mir hier noch nicht angemessen.



Zusammenfassend
Leitfaden: Welche Aufgaben hat ein Tutor und welche Qualifikationen braucht er dazu.
Der Online Tutor braucht alle vier im Text von Scheffer und Hesse (2002) genannten Schlüsselqualifikationen des Wissensvermittlers, Experten, Faciliator und Moderator. Je nach Stimmung des Lernenden tritt eine dieser Qualifikationen in den Fordergrund. Darüber hinaus braucht der Tutor ein besonders gutes Gespür abzuschätzen in welcher Stimmung der Lernende sich gerade befindet, da er seine nonverbale Kommunikation nicht sieht. Auch muss der Online Tutor gute Computerkenntnisse besitzen und Spaß am Umgang mit dem PC und dessen Möglichkeiten haben.